Industriefachwirt mündliche Prüfung

Alles rund um die mündliche Prüfung Präsentation und Fachgespräch

Wichtig ist immer die Formalitäten der IHK vor Ort zu kennen.

Folgende Vorgaben sind in der Prüfungsordnung hinterlegt:

(6) Die mündliche Prüfung nach Absatz 5 gliedert sich in eine Präsentation und ein situationsbezogenes Fachgespräch. Dabei soll auch nachgewiesen werden, dass angemessen und sachgerecht mit Gesprächspartnern kommuniziert werden kann und dabei argumentations- und präsentationstechnische Instrumente sachgerecht eingesetzt werden können.

Zu den Präsentationsmitteln: Es ist gern gesehen mehrere Medien zu verwenden und natürlich dann auch in der Präsentation zu nutzen. Allerdings lieber sage ich eine richtig und schön dargestellte Präsentation als drei verschieden Präsentationsmittel. Präsentationsmittel wären die Gliederung der Präsentation am Flip Chart oder auch gern gesehenes Vorzeige Material. Ein Lageplan, Shop Aufbauplan oder ein bestimmter Prozess können hier auf Flipchart oder in der Regel an ein Board befestigt werden.

Bitte hier beachten, dass jede IHK andere örtliche Voraussetzungen hat. Nicht jede IHK hat Beamer, Dokumentenkamera, Flipchart und Pinnwand.

(7) In der Präsentation nach Absatz 6 soll nachgewiesen werden, dass eine komplexe Problemstellung der betrieblichen Praxis erfasst, dargestellt, beurteilt und gelöst werden kann. Die Themenstellung muss sich auf mindestens zwei Handlungsbereiche nach Absatz 3 beziehen.

Was ist eine komplexe Problemstellung? Was nie gewünscht ist, ist eine reine Ablaufbeschreibung. "Dies und jenes war gegeben und so wurde es gelöst". Als Industriefachwirt/-in sollt ihr in der Lage sein ein Problem erkennen und mit euren Kenntnissen, als Industriefachwirt/-in, lösen können. Hier sind keine Bauchgefühle gewünscht sondern alles anhand von Zahlen, Daten und Fakten zu konkretisieren

Absatz 3: Handlungbereiche:

(3) Die Teilprüfung „Handlungsspezifische Qualifikationen“ gliedert sich in folgende Handlungsbereiche:
1.   Finanzwirtschaft im Industrieunternehmen nach § 5 Absatz 1,
2.   Produktionsprozesse nach § 5 Absatz 2,
3.   Marketing und Vertrieb nach § 5 Absatz 3,
4.   Wissens- und Transfermanagement im Industrieunternehmen nach § 5 Absatz 4,
5.   Führung und Zusammenarbeit nach § 5 Absatz 5.

Aus diesen 5 Handlungsbereichen wählt man zwei Handlungsbereiche aus. Bitte denkt dran Personalmarketing ist nicht Marketing sondern zählt zu Personal! Senkung der Fluktuationsquote ist daher ein NICHT geeignetes Thema für die mündliche Industriefachwirte Prüfung.

Ein wichtiges Thema: In jeder Präsentation sollte eine Kosten-Nutzen-Analyse beinhaltet sein. Die Geschäftsleitung bzw. der Prüfungsausschuss wird euch sonst im Fachgespräch genau auf dieses Thema hinweisen und hier ziemlich bohren. "Toller Vorschlag, aber wie viel kostet es?"

Bei Investitionsthemen muss auch immer eine Finanzierungsrechnung mit eingearbeitet werden.

Die Präsentationszeit soll zehn Minuten nicht überschreiten. Die Präsentation geht mit einem Drittel in die Bewertung der mündlichen Prüfung ein.

(8) Das Thema der Präsentation nach Absatz 7 wird von der zu prüfenden Person gewählt und mit einer Kurzbeschreibung der Problemstellung, des Ziels und einer Gliederung dem Prüfungsausschuss bei der ersten schriftlichen Prüfungsleistung der Teilprüfung „Handlungsspezifische Qualifikationen“ eingereicht.

Hier gibt es je nach IHK unterschiedliche "Formvorschriften". Manche IHK´s haben keine genaue Vorgaben andere IHK´s haben genaue Vorgaben. Eingereicht werden muss das Thema, die Kurzbeschreibung und die Gliederung immer zum schriftlichen HSQ Teil.

(9) Ausgehend von der Präsentation nach Absatz 7 und 8 soll in dem Fachgespräch nach Absatz 6 die Fähigkeitnachgewiesen werden, dass Berufswissen in betriebstypischen Situationen angewendet und sachgerechte Lösungen vorgeschlagen werden können. Das Fachgespräch soll in der Regel 20 Minuten nicht überschreiten.

Die Thematik des Fachgespräches ist in der Regel immer basierend auf der Präsentation. Hier kann der Prüfungsauschuss durch viele Fachbegriffe auch ein bisschen hingeleitet werden, dazu Fragen zu stellen. Was man aber nicht vergessen sollte, alle Themen, die man anspricht müssen sitzen! Beide angegebenen Handlungsbereiche sind ebenso prüfungsrelevant, deshalb sollten diese vorab noch gelernt werden.

(10) Die mündliche Prüfung ist nur durchzuführen, wenn in den schriftlichen Prüfungsleistungen nach den Absätzen 4 und 5 mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden.

Das bedeutet, dass die wirtschaftsbezogenen und die handlungsspezifischen Qualifikationen mit mindesten 50 Punkten bestanden sein müssen.

 

Quelle:https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/fortbildungsordnungen/de/industriefachwirt-gepruefter-industriefachwirtin-gepruefte.pdf;jsessionid=D792EB6363BA03B9F26337715ECD187A.live091?__blob=publicationFile&v=1